Mona Broschár

NEVER ENDING PARADISE

Eröffnung: Donnerstag, den 26. November 2015, 18 Uhr
Dauer: 27. November 2015 bis 31. Januar 2016

+++ UPDATE: Die Ausstellung ist bis Ende März 2016 verlängert +++

Mit „Ein Strauß Clowns“ oder dem Werk „Bäumchen“ zeigt sich die Fantasie und der Erfindungsreichtum von Mona Broschár in Gänze. Mona Broschár ist eine Meisterin im Erfinden von skurrilen Szenarien. In drastischer Deutlichkeit, einer nuancierten und ausgesprochen wirkungsvollen Farbgebung und durch ungewohnte Blickwinkel tauchen die Betrachter unmittelbar in ihren Erzählkosmos ein. Es ist schwer, sich dem magischen Sog ihrer Werke zu entziehen.

Über sich und ihre Arbeit sagt die Künstlerin selbst: „Meine Art zu arbeiten hat den Effekt einer Sammlung. Ich archiviere meine Gedanken auf der Leinwand und mache mir intensiv zu Eigen, was erstmal nur einen verschwommenen Charakter hat. Ein inneres Bild sichtbar zu machen ist dabei immer mit einer großen Überraschung verbunden. Ich weiß nie wie es enden wird und wie nahe sich das Motiv auf der Leinwand und der vorangegangene Gedanke am Ende sind.“

 Die Ausstellung ist eine auf Leinwänden aufgebrachte Ansammlung von vielerlei Eindrücken, die von der Künstlerin zuvor gefiltert und neu beobachtet aufgebracht wurden. Die Betrachter werden in den gezeigten Arbeiten Broschár´s große Freude an Organischem, Absurdem, Impulsivem, Sarkastischem, Ekligem, Lebendigem und am Licht sichtlich nachempfinden können. 

 

Mona Broschár wurde 1985 in Bad Säckingen (am Hochrhein) geboren. Nach einem einjährigen Besuch der Jugendkunstschule in Meersburg (Bodenseekreis) studiert sie seit 2006 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig; seit 2008 in der Klasse für Malerei und Grafik unter der Leitung von Prof.  Annette Schröter. Von 2009 bis 2010 ging sie im Rahmen eines Erasmusaustausches an das Camberwell College of the Arts in London. Nach ihrer erfolgreichen Diplomprüfung (mit Auszeichnung) im Sommer 2012 absolvierte sie bis 2014 erfolgreich ihr Meisterschülerstudium – ebenfalls in der Klasse von Prof. Annette Schröter. Seit 2015 wirkt sie neben ihrer künstlerischen Arbeit auch als Assistentin in der Klasse für Grafik und Malerei von Prof. Annette Schröter und Tilo Baumgärtel an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig mit.

www.monabroschar.com

Roland Quester

AUS DEM ZUSAMMENHANG

Eröffnung: Freitag, den 02. Oktober 2015, 18.00 Uhr
Dauer: 05. Oktober bis 13. November 2015

Der Herbst beginnt im freiraum vom IdeenQuartier mit der Fotografieausstellung „Aus dem Zusammenhang“. Gezeigt werden Fotografien des Leipzigers Roland Quester, der seit vielen Jahren Ansichten, Augenblicke und Alltägliches in Leipzig auf seinen Wegen durch die Stadt festhält.

„Die Frage nach der Ernsthaftigkeit meines Fotografierens ist keine Frage mehr, das Fotografieren ist für mich eindeutig eine Freizeitbeschäftigung und die Lust, in Bildern zu reden oder vielleicht vielmehr: visuelle Gedanken festzuhalten.“ – so beschreibt Roland Quester die Intention seines fotografischen Wirkens.

Dem Betrachter eröffnen die Fotografien immer wieder neue Entdeckungen dieser Stadt und von an sich bekannten Orten und Gegebenheiten. Darunter finden sich in Hinterhöfen verborgene Skurrilitäten des Alltages, im täglichen Bewegungsradius nie wahrgenommene Kunstwerke an Fassaden und Begegnungen, die erst durch den bewussten Blick und das fotografische Festhalten zum Besonderen werden. 

 

Roland Quester (*1965), gelernter Möbeltischler, Umweltberater und Freizeitfotograf, arbeitete zu DDR-Zeiten als Möbeltischler, Model für Studenten der HGB und – offiziell „ohne Beschäftigungsverhältnis“ - als Sekretär der oppositionellen AG Umweltschutz beim Jugendpfarramt; nach der Wende leitete er die Leipziger Umweltbibliothek des Ökolöwen und war fast zwei Jahrzehnte zusätzlich als parteiloser Stadtrat für Bündnis90/Die Grünen engagiert. Seit nunmehr fast zwei Jahren ist er persönlicher Referent der Leipziger Baubürgermeisterin.

Eva Walker

SCOPE

Eröffnung: Dienstag, den 13. Januar 2015, 19.00 Uhr
Dauer: 14. Januar bis 20. März 2015

Die Kunst und die Medizin, besser: Die Objektivität und das Herz, oder nein, anders: Nichts ist das, was es ist, und ihr seht nie das, was ihr seht!

Eva Walkers Zeichnungen diskutieren die Unmöglichkeit eines bildgebenden Verfahrens – sie diskutieren das mit der Künstlerin und uns, mit der Wissenschaft und der Geschichte. Jedes Motiv ist schon in der Abbildung auf dieser Website eine Herausforderung, da erst die Vergrößerung (bitte direkt anklicken!) die Finesse und Detailgenauigkeit offenbaren, die jede der zeichnerischen Forschungsarbeiten so einzigartig machen. Oder nur das Original gilt und gerade die digitale Wiedergabe ist eine Unmöglichkeit... 

Der Ausstellungstitel SCOPE bedeutet übersetzt gleichermaßen Geltungsbereich und Spielraum, ist aber auch die Abkürzung für ein Messgerät, das elektrische Spannungen auf dem Bildschirm sichtbar macht –  eine Technikmetapher für Bildinterpretationen, von denen Medizin und Kunst gleichermaßen zehren. Und wie bei allen Deutungen geht es um die Grundfrage nach Realität. Was ist Meinung und was ist Objektivität? Wann sehe ich was ich sehe?

Die Klugheit von Eva Walkers Papierarbeiten liegt in dem Vertrauen in das Experiment an sich. Jedes "Kammerflimmern"  ist kein klares Nein oder Ja zur einzig wahren Darstellung einer Anamnese. Sondern diese Kunst erprobt das, was auch die Anatomie seit Jahrhunderten tut: Abbildungen zu ermöglichen. Das ist mutig und vergeblich. Das gaukelt uns Realitäten vor und hilft uns trotzdem zu verstehen. Was würden wir darum geben, wenn die Medizin so klug wäre wie diese Kunst!

 

Eva Walker, geboren 1981 in Heidelberg, lebt und arbeitet in Leipzig. Sie ist seit 2014 Meisterschülerin bei Prof. Annette Schröter, Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Vor ihrem dortigen Studium in der Fachklasse für Malerei/Grafik  absolvierte sie 2006 bis 2008 ein Aufbaustudium in der Fachklasse für Grafik bei Prof. Thomas Rug an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle – nach ihrem Diplom 2006 an der Universität Hildesheim in Kulturwissenschaften und Ästhetischer Praxis. Ihre Diplomarbeit in Leipzig 2014 hatte zum Thema "Bildhafte Wissensproduktion – Eine Untersuchung anhand der Darstellung des Herzens in der medizinischen Fachliteratur".

www.evawalker.de

Kim Reuter

Reflexion

Eröffnung: Freitag, den 10. Oktober 2014, 19.00 Uhr
Dauer: 13. Oktober bis 19. Dezember 2014

Die siebte Ausstellung des Kunst- und Projektraumes „freiraum“ präsentiert Malerei der Künstlerin Kim Reuter. Es ist die erste Einzelausstellung von Kim Reuter in Leipzig.

Landschaften, Porträts und Innenräume bilden den thematischen Schwerpunkt ihrer Arbeiten. Eine eigentümliche Stille, gepaart mit Sehnsucht und einem Gefühl des „festhalten Wollens“ strahlt daraus hervor. Wichtigstes Stilmittel ist dabei ihr virtuoser Umgang mit dem Licht, z.B. in großformatigen Himmelflächen oder Reflexionen auf Blättern, Kleidung und Wasserflächen. Hinzu kommt ihre große Faszination an einem intensiven und kontrastreichen Umgang mit Farbe.

Betrachtet man die Werkreihen der vergangenen Jahre, fallen ganz unterschiedliche Stufen der Abstraktion auf. Realistische Elemente und Figuren wechseln sich ab mit expressiven und fast pointillistischen Ausdrucksformen. Gerade dieses Wechselspiel sowie das offensichtliche Abarbeiten an einzelnen, ausgewählten Bild-Ideen machen wesentliche Aspekte in der Qualität dieser Werke aus. Kim Reuter zieht die Betrachter durch ihre Malerei in ihr ganz persönliches und teilweise auch privates Umfeld. Die Figuren kommen überwiegend aus ihrer Familie – die Landschaften sind jene, die sie sieht und erlebt.

Christoph Tannert, Leiter des Künstlerhauses Bethanien, schreibt in seinem Katalogtext (Kim Reuter, Stilles Licht, Berlin, 2012): „Bei Kim Reuter dürfen wir die Langsamkeit wiederentdecken. Ihre Bildwelt speist sich aus der Kraft der Beharrung, einer Bindung an intakte und überschaubare Gruppenkonstellationen und an die Landschaft, die das eigentlich Fortschrittliche dieser Kunst ausmacht. Es ist eine weiche, in Farbe gebadete Abstandshaltung, die dem Irrsinn unseres Zeitalters auf selbstbewusste Weise die Stirn bietet.“

Kim Reuter, geboren 1971 in Thurrock/ Essex (England), studierte zunächst von 1990 bis 1993 Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Bonn. 1993 wechselte sie an die Düsseldorfer Kunstakademie und nahm ihr Studium der freien Kunst auf. Sie war Meisterschülerin von Prof. Alfons Hüppi. Die Künstlerin lebt in Üxheim / Eifel und in Leipzig.

Kim Reuter wird vertreten durch die Galerie Wittenbrink in München.

www.kimreuter.de

 

Nabil El Makhloufi

Somnambule / Schlafwandler

Gemälde von Nabil El Makhloufi

Eröffnung: Mittwoch 28. Mai 2014, 19 Uhr
Dauer: 29. Mai bis 1. August 2014, verlängert bis 30.8.2014
Öffnungszeiten: Mo – Fr, 14 – 19 Uhr

Zentrales Thema in allen künstlerischen Arbeiten des Malers El Makhloufi ist der Mensch – mit seinen Emotionen, seiner Position im Leben und den dazugehörigen Beziehungen zu Mitmenschen und Umwelt. In der Ausstellung Somnambule / Schlafwandler zeigt Nabil El Makhloufi seine künstlerische Auseinandersetzung mit den Fragen nach Heimat, Fremde und den sich zwischen zwei oder mehreren Kulturen bewegenden Individuen. Malerisch freie und auf den ersten Blick unfertige Bereiche stehen in den teils sehr großformatigen Arbeiten, genau ausformulierten einzelnen Personen, Tieren oder Gegenständen gegenüber – gelegentlich nahezu fotorealistisch gemalt. Immer sind metaphorische Ebenen zu finden. So scheint der Stieglitz auf den ersten Blick ein Verweis auf Natur und Schönheit zu sein – er ist aber auch ein symbolträchtiges Tier in Marokko, das besonders von Männern liebevoll zuhause gehalten und gepflegt wird. Ein angewinkeltes Bein erdet die schwebende Person – der darunter liegende Teppich verweist auf die fremde Herkunft. Traum oder reale Szene? Nabil El Makhloufi versteht es meisterhaft, mit diesen Gegensätzen zu jonglieren und seine eigene, sensible und unverwechselbare Bildwelt zu entwickeln. Unweigerlich findet somit auch eine Auseinandersetzung mit aktuellen poltischen Debatten Eingang in seine Arbeit, z. B. der Umgang mit der derzeitigen Flüchtlingsfrage oder das Thema von Liebe und Zuneigung in der Öffentlichkeit im Kontext der strengen Gesetze seines Heimatlandes.

Nabil El Makhloufi, geboren 1973 in Fès, Marokko, studierte Malerei / Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Annette Schröter. Seinen Meisterschülerabschluss absolvierte er 2011. Im vergangenen Jahr zeigte die renommierte Galerie „L’Atelier 21“ in Casablanca (Marokko) eine umfangreiche Einzelausstellung. In den Jahren zuvor fanden Einzelausstellungen u.a. in Bayreuth, Erfurt, Berlin und San Lorenzo (Italien) statt. 2010 erhielt Nabil El Makhloufi den Prix de la Fondation Thamgid auf der Biennale de l’Art Africain Contemporain, Dakar/Senegal. Jüngst bekam er eine Zusage des international begehrten Cité des Arts-Stipendiums und geht ab September 2014 für ein viermonatiges Arbeitsstipendium nach Paris.

Der Künstler wird vertreten durch Galerie Rothamel (Erfurt  / Frankfurt am Main).

Weitere Informationen sind zu finden unter:

www.rothamel.de

www.atelier21.ma

 

Tom Schulze

Fotografien von Tom Schulze im Leipziger freiraum

Eröffnung: Freitag den 07. Februar 2014, 19 Uhr
Es sprechen: Gudula Kienemund und Jörg Müller
Dauer: 08. Februar bis 28. März 2014 - verlängert bis zum 30. April 2014!
Öffnungszeiten: Mo – Fr, 14 – 19 Uhr

Das neue Jahr beginnt im freiraum mit der Fotografieausstellung „Hidden Leipzig“.
Gezeigt werden jüngste Arbeiten des Leipziger Fotografen Tom Schulze, die im
Kontext einer neuen Leipziger Publikation entstanden sind.

Diese Publikation, deren Titel und konkreten Inhalte noch bis zur offiziellen
Veröffentlichung Anfang Februar geheim bleiben müssen, wurde im Auftrag von LTM
(Leipzig Tourismus und Marketing GmbH) und dem Kongressportal do-it-at-leipzig
von IdeenQuartier produziert. Im Fokus steht das sogenannte verborgene Leipzig mit
zahlreichen Fotografien und Tipps für die besonderen Orte unserer Stadt, abseits der
klassischen Touristenpfade und bekannten Sehenswürdigkeiten. Die grafische
Konzeption, das Layout und das Fotodesign lagen in den Händen der Artkolchose
GmbH - dem Kollektiv für Gestaltung. Das Konzept und die Texte stammen von
Gudula Kienemund und Jörg Müller aus dem IdeenQuartier, die auch die Projekte
freiraum und Leipziger Kulturpaten realisieren.

In der Ausstellung „Hidden Leipzig“ ist nun vom 08.02.2014 bis zum 28.03.2014 eine
Auswahl von 40 Fotografien zu sehen, die im Zuge der genannten Publikation
entstanden sind. Atmosphärische Momente und eigenwillige Perspektiven zeigen die
persönliche Sicht des Fotografen auf unsere Stadt. Nach einem Kompassprinzip zur
Orientierung wurden die Fotos im Buch den vier Himmelsrichtungen zugeordnet und
entsprechend farblich bearbeitet. Dieses Konzept wird sich in der Ausstellung
fortsetzen.

Gudula Kienemund (IdeenQuartier/freiraum) sagt zu den entstandenen Arbeiten:
„Tom Schulzes Bildsprache und sein hoher fotografischer Anspruch geben der
spannenden und neuen Leipziger Publikation ein ganz eigenes, individuelles und
höchst ansprechendes Gesicht. Es war uns wichtig, eine durchgehend künstlerische
Handschrift für dieses außergewöhnliche Projekt umzusetzen.“

Tom Schulze (* 1975 in Leipzig) ist ausgebildeter Fotograf und seit mehr als 15
Jahren als freiberuflicher Fotograf selbstständig. Sein Schwerpunkt sind Reise- und
Reportagefotografie sowie klassische Auftragsfotografie u.a. für Messen, Agenturen,
Theater und Verlage. Fotoaufträge führen ihn seit Ende der 90er Jahre mehrfach u.a.nach Bosnien, Serbien, Montenegro und in den Kosovo, er fotografierte für Bildbände und Reisepublikationen in Deutschland, Bulgarien, Russland, Ungarn und Rumänien.
In mehr als zehn Afrika-Reisen, u. a. mehrfach mit UNICEF, arbeitete Tom Schulze
in Äthiopien, Angola, Namibia und Sierra Leone.

Weitere Informationen sind zu finden unter:

www.tom-schulze.com

www.verborgenes-leipzig.de

 

David Borgmann

Alle unsere Innenpersonen – 22.10. bis 13.12. 2013
 

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ist eine typisch menschliche Eigenschaft. Doch was passiert, wenn dabei verschiedene Persönlichkeiten zu Tage treten?
Der Leipziger Maler David Borgmann stellt sich mit seinen aktuellen Arbeiten dieser und anderen Fragen zur menschlichen Persönlichkeit und Identität. Er hinterfragt in einer Serie von 80 Zeichnungen die Kategorien von ich und wir, von normal und verrückt, gesund und krank und von innen und außen.
Auslöser und Inspiration für dieses zeichnerische Experiment, wie Borgmann es selbst nennt, ist ein Phänomen aus der Psychologie: die dissoziative Identitätsstruktur, auch multiple Persönlichkeit genannt. Gemeint ist damit ein Prozess, bei welchem die Identität eines Menschen in mehrere Persönlichkeiten „zerfällt“ und Emotionen abgespalten werden. Dieser Prozess tritt beispielsweise bei traumatisierten Kleinkindern auf, die sich damit unbewusst vor Erinnerungen an das Erlebte schützen. Auch bei Sportlern kann dieser Selbstschutz beobachtet werden: So gelingt es Marathonläufern, Schmerzen beim Rennen durch eine Art Trance auszublenden. Diese menscheneigene Überlebensstrategie, vor allem aber der damit verbundene „kreative“ Aspekt der dissoziativen Identitätsstruktur, beim Abspalten von Identität und Emotionen und dem Schaffen neuer Identitäten und Persönlichkeiten faszinierte David Borgmann. Die Beschäftigung mit diesem Phänomen und dessen Hintergründen löst bei ihm einen Arbeitsprozess des schnellen, impulsiven und doch gesetzten und differenzierenden Zeichnens aus. Mit seiner Arbeitsweise erforscht der Künstler, was er an gesehenen Gesichtern, Möglichkeiten von Identität oder rohen emotionalen Ausdrücken aus sich und dem Material hervorholen kann.

Karikatureskes, Comichaftes, Komisches aber auch Düsteres ist auf diesen 80 Zeichnungen, die mit Bleistift, Kohle oder Kreide gezeichnet sind, zu entdecken. Die Arbeiten sind keine Portraits, können aber dennoch als Gruppe fast portraithaft auf den Zeichner zurückweisen. Sie zeugen als Bild von der Vielfältigkeit und Unbestimmtheit von Identität und Persönlichkeit.

 

David Borgmann, 1983 in Wilhelmshaven geboren, studierte zunächst bei Prof. Karin Kneffel in Bremen und München. 2011 wechselte er an die HGB Leipzig in den Studiengang Malerei/Grafik (Klasse Prof. Heribert C. Ottersbach).
Vor wenigen Wochen absolvierte er seine Diplomprüfung an der HGB mit Auszeichnung.
Borgmann ist seit 2009 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und stellte bereits u.a. in der Rudolf-Scharpf-Galerie (Ludwigshafen/ Rhein), der Kunsthalle Wilhemshaven und der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig aus.

Mona Broschár

HOT & BENDY – 27.4. bis 31.8. 2013
 
Eine sich biegende Bockwurst – wie durch die Heißmangel gedreht, gestreiftes Obst in Anmutung einer bekannten Zahnpasta, ein Haufen Fliegen auf der Flucht vor dem Weg ins Jenseits, amorphe Lebewesen in eigenartiger Umgebung, Salami in Aufruhr, Kokosnüsse mit erotischem Beigeschmack….
Mona Broschár ist eine Meisterin im Erfinden von skurrilen Szenarien. In drastischer Deutlichkeit, einer nuancierten und ausgesprochen wirkungsvollen Farbgebung und durch ungewohnte Blickwinkel tauchen die Betrachter unmittelbar in ihren Erzählkosmos ein. Es ist schwer, sich dem magischen Sog dieser Werke zu entziehen. Lebensmittel und Tiergestalten spielen in ihrer Welt oftmals bizarre, aber immer humorige oder auch ironische Hauptrollen. Kleines wird groß und Großes wird klein – im Spiel miteinander. Mona Broschár erfindet Lebewesen, die sich in eigentümlichen Situationen wiederfinden, und sie offenbart sich ihrem Publikum auf eine nahezu illustrative Art und Weise. Mit ihrem feinen Gespür für Oberflächen, Stofflichkeit und Materialität entwickelt Mona Broschár einen fast greifbaren Ausdruck: Obst, Gemüse oder Würste strahlen in bildgewaltiger Lebendigkeit.
 
Mona Broschár wurde 1985 in Bad Säckingen (am Hochrhein) geboren. Nach einem einjährigen Besuch der Jugendkunstschule in Meersburg (Bodenseekreis) studiert sie seit 2006 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig; seit 2008 in der Klasse für Malerei und Grafik unter der Leitung von Prof. Annette Schröter. Von 2009 bis 2010 ging sie im Rahmen eines Erasmusaustausches an das Camberwell College of the Arts in London. Nach ihrer erfolgreichen Diplomprüfung (mit Auszeichnung) im Sommer 2012 begann sie ihr Meisterschülerstudium – ebenfalls in der Klasse von Prof. Annette Schröter.

Marlet Heckhoff

Welcome To The Promised Land – 24.1. bis 20.3. 2013
 
Marlet Heckhoff ist Malerin und Fotografin. Sie ist eine Spurensucherin und eine genaue Analystin ihrer Umgebung – und dabei enorm produktiv!
Ausgangsmaterial der im freiraum gezeigten Gemälde sind Fotos, die während ihres Studiums in Israel entstanden. In der malerischen Interpretation wurden aus Motiven des öffentlichen Raumes – aufgenommen u.a. auf städtischen Plätzen und bei Festivals – menschenleere und trotzdem atmosphärisch dichte Räume und architektonische Untersuchungen. Ursprüngliche Straßenzüge haben beispielsweise durch das Hinzufügen einer Zimmerdecke ihren öffentlichen Charakter verloren und sind zu vordergründig klaren, aber letztlich undefinierbaren Orten geworden. Marlet Heckhoff lotet mit dieser Form der Malerei – in der die Perspektive eine wesentliche Rolle spielt – die Grenzen zwischen Realismus und Abstraktion aus.
Diesen Arbeiten stellt die Ausstellung Fotografien gegenüber, die in verlassenen Wohnhäusern und Industriebauten entstanden; aufgenommen in Jena, Jerusalem und Tiberias. Mit ihren fotografischen Werken erforscht Marlet Heckhoff Strukturen, Oberflächen, Verfall und Vergänglichkeit. In aufblätternden Wänden, in zersprungenen Fenstern und allerletzten Habseligkeiten der ehemaligen Bewohner wird Trostlosigkeit sichtbar. Über jedem einzelnen Motiv schwebt die Frage nach der Geschichte dieser Orte und ihrer damit einhergehenden Endlichkeit.
 
Marlet Heckhoff, geboren 1983 in Duisburg, studierte nach ihrer Ausbildung zur Tischlerin zunächst „Freie Kunst“ an der Bauhaus Universität Weimar, u.a. bei Barbara Nemitz und Norbert Hinterberger. 2012 wechselte sie an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und studiert nun in der „Klasse für Malerei und Grafik“ bei Prof. Annette Schröter. Bis Sommer 2012 verbrachte sie im Rahmen eines Austauschprogramms 10 Monate in Israel und studierte u.a. bei Talia Israeli und Yochai Avrahami an der Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem.

Wednesday Farris

Epigraph – 12.10. bis 12.12. 2012

‘Epigraph’ heißt der meist poetische Gedanke, der als Zitat einem Buch oder Kapitel vorangestellt wird – wie ein Gong zur Eröffnung oder ein Schlüssel zum Geheimnis. Die Fotografin Wednesday Farris zeigt in ihrer Ausstellung im freiraum ein Werk, das sie ‘Epigraph’ nennt: ein Gongschlag für die genaue Betrachtung der Dinge, ein Schlüssel zur Wahrnehmung der Muster und Materien, die uns alle begleiten. Diese Künstlerin fragt sich selbst und ihre Bilder, ob es das Individuum gibt – auch im Dunkeln, wenn es nicht mehr sichtbar ist. In ihren philosophischen Entdeckungsreisen kann eine schlichte Vase zur Facette der Identität werden. Ist es vielleicht praktisch, ein Ich zu haben? Oder ist es bedrohlich, im Gefäß der Erinnerungen zu versinken?  Die Fotografie von Wednesday Farris greift sich das Individuelle und lässt es wachsen. Sie befasst sich in strengster Konsequenz mit dem Prozess der Fragmentierung, weil sie misstrauisch bleibt gegenüber jeder Art von Struktur, sogar ihrer eigenen. Bewundernswert.

Wednesday Farris, geboren 1966  in Long Beach (Kalifornien, USA) lebt und arbeitet seit 1994 in Leipzig. Sie studierte zunächst in San Francisco und ab 1994 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ihre letzte Ausstellung in Leipzig trug den Titel “Blink” (Spinnerei archiv massiv 2011). “Epigraph” im freiraum zeigt die jüngste Bildserie von Wednesday Farris mit Objektmotiven und verschiedene Arbeiten aus den Jahren 2011 und 2012.